Mentale Blockaden (2): Die Sätze, die dich binden
Hinter jeder Blockade stehen Sätze, die du über dich und die Welt glaubst. Wer sie ans Licht holt, findet die Wurzel.
Matthäus 10,14

Jede Blockade spricht. Sie spricht in Sätzen, die du so oft gedacht hast, dass du sie für die Wahrheit hältst.
Im ersten Teil ging es darum, eine Blockade zu erkennen. Jetzt gehen wir tiefer. Woher kommt sie? Was nährt sie?
Hör auf deine Sätze
Ich bleibe bei meinem eigenen Beispiel, dem Telefonieren mit Fremden. Die wichtigsten Hinweise lieferten mir meine eigenen Gedanken, kurz vor und kurz nach den Anrufen.
Vor dem Anruf:
- „Ich habe keine Lust auf die Neins.“
- „Es wird doch sowieso niemand kaufen.“
- „Die werden eh unfreundlich sein.“
Nach den Anrufen:
- „Ich werde nie wieder anrufen.“
- „Diese Idioten. Kein Bock mehr auf Menschen.“
Diese Sätze sind nicht einfach im Ärger dahergesagt. Sie öffnen ein Fenster in die Tiefe. Hinter jedem von ihnen steckt eine Prägung, die längst Wurzeln geschlagen hat.
Was hinter den Sätzen liegt
„Ich habe keine Lust auf die Neins.“ Dahinter steht: Ablehnung tut weh. Ich kann sie nicht annehmen. Ich übersehe, dass ein Nein zum Weg dazugehört. Es ist ein kindliches Denken, das jede Zurückweisung als Urteil über den ganzen Menschen versteht.
„Es wird doch sowieso niemand kaufen.“ Dahinter steht: fehlendes Vertrauen in mich selbst. Mir fehlen Erfahrungen, in denen etwas gelungen ist. Ich weiß nicht, wer ich bin und was ich wert bin.
„Kein Bock mehr auf Menschen.“ Dahinter steht: Angst vor Menschen, geboren aus der Angst vor Ablehnung. Ein Nein fühlt sich an wie eine Bedrohung.
Auch er wurde abgelehnt
Hier hilft ein Blick auf Jesus. Kein Mensch wurde je so abgelehnt wie er.
„Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“
Johannes 1,11
Und als er seine Jünger aussandte, bereitete er sie genau darauf vor. Er versprach ihnen nicht, dass alle Ja sagen würden. Er sagte ihnen, was sie tun sollten, wenn jemand Nein sagt:
„Und wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Rede nicht hören wird, so geht heraus aus diesem Hause oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.“
Matthäus 10,14
Das Nein gehörte von Anfang an zum Weg. Es war kein Urteil über die Jünger. Es war Staub. Und Staub schüttelt man ab.
Wie Glaubenssätze wachsen
Hinter den meisten Blockaden stehen solche Glaubenssätze. Sie entstehen aus Erfahrungen. Und jedes Mal, wenn das Leben sie scheinbar bestätigt, schmerzt es von Neuem, und die Blockade wird fester. So graben sie sich mit jeder neuen Erfahrung tiefer ein.
Doch was durch Erfahrung gewachsen ist, kann durch eine andere Erfahrung auch wieder vergehen. Durch die Erfahrung einer Liebe, die nicht davon abhängt, ob jemand Ja zu dir sagt.
„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. …“
- Johannes 4,18
Im dritten Teil geht es um die wichtigste Grundlage: Mentale Blockaden (3): Du bist nicht deine Gedanken
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu „Mentale Blockaden (2): Die Sätze, die dich binden“
Woher kommt die Angst vor Ablehnung?
Oft aus Glaubenssätzen, die durch Erfahrungen entstanden sind: Ablehnung tut weh, ich kann sie nicht annehmen, ein Nein fühlt sich an wie ein Urteil über mich. Jedes Mal, wenn das Leben diese Sätze scheinbar bestätigt, graben sie sich tiefer ein.
Was sagt die Bibel über Angst vor Ablehnung?
Jesus selbst wurde abgelehnt: „Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Johannes 1,11) Seinen Jüngern sagte er, sie sollten bei einem Nein den Staub von ihren Füßen schütteln (Matthäus 10,14). Das Nein gehört zum Weg und ist kein Urteil über dich.
Was sind Glaubenssätze?
Sätze, die du so oft gedacht hast, dass du sie für die Wahrheit hältst, etwa „Es wird doch sowieso niemand kaufen“ oder „Die werden eh unfreundlich sein“. Sie zeigen tief verwurzelte Prägungen. Was durch Erfahrung gewachsen ist, kann durch die Erfahrung einer Liebe wieder vergehen, die die Furcht austreibt (1. Johannes 4,18).

