Was geschieht, wenn Liebe auf Hass trifft
Hass will Hass. Erst dann ist er gestillt. Warum die eigentliche Versuchung nicht in dem liegt, was man dir antut, sondern in deiner Antwort.
Römer 12,21

Die Welt hat den Einzigen ans Kreuz genagelt, der sie ohne jede Bedingung geliebt hat.
Jesus breitete seine Arme aus. Weit, offen, für jeden. Und die Welt nahm diese Arme und schlug Nägel hindurch.
Warum? Was geschieht in einem Menschen, wenn Liebe auf Hass trifft?
Hass hat Hunger
Hass ist kein Gefühl, das sich selbst genügt. Er will eine Antwort. Er will, dass du zurückschlägst. Erst wenn Hass auf Hass trifft, ist sein Verlangen gestillt. Dann hat er bekommen, wofür er gekommen ist.
Antwortest du aber mit Liebe, geschieht etwas Seltsames. Der Hass wird nicht kleiner. Er wächst. Denn sein Hunger wurde nicht gestillt. Die Liebe verweigert ihm die Nahrung, und er schreit lauter.
Darum fühlt sich Liebe im Angesicht von Hass so gefährlich an. Sie besänftigt nicht sofort. Sie entlarvt.
Die Versuchung liegt in deiner Antwort
Wir glauben oft, die Versuchung liege in dem, was uns angetan wird. In der Provokation, im Spott, in der Kälte eines anderen.
Doch dort wird der Kampf nicht entschieden. Die Versuchung liegt in deiner Reaktion. Nicht in dem, was du hörst, sondern in dem, was du daraus machst.
Hier, in dem einen Atemzug zwischen Treffer und Antwort, wartet das Dämonische. Es flüstert: Schlag zurück. Du hast ein Recht darauf. Und wer ihm folgt, wird zu einem Teil dessen, was ihn verletzt hat.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Römer 12,21

Er liebte weiter
Ein Mensch zerbricht irgendwann am Hass. Entweder er hasst zurück und bleibt so ein Teil dieser Welt. Oder er liebt weiter, und die Welt erträgt ihn nicht.
Jesus liebte weiter. Bis zum Ende. Und genau deshalb musste er diese Welt verlassen. Nicht, weil die Liebe versagt hätte, sondern weil sie nicht verhandelbar war.
„Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“
Johannes 15,18
Am Kreuz, mit Nägeln in den Händen, die eben noch Kranke berührt hatten, sprach er keinen Fluch. Er sprach:
„Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“
Lukas 23,34
Den Geist Jesu annehmen
Wenn du etwas bezwingen willst, dann nicht mit deiner Kraft, sondern mit Gottes Kraft. Mit der Kraft Jesu. Doch diese Kraft bekommst du nicht als Werkzeug in die Hand gedrückt. Du empfängst sie nur, wenn du seinen Geist annimmst.
Und sein Geist antwortet auf Provokation mit Liebe. Auf Hass mit Liebe. Nicht, weil es leicht wäre. Sondern weil er es vorgelebt hat, einst für seine Jünger und heute für uns.
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen …“
Matthäus 5,44
Ich glaube, genau hier entscheidet sich, wem wir gehören. Nicht in dem, was über uns hereinbricht. Sondern in dem Moment danach, wenn wir wählen, ob wir zurückschlagen oder die Arme öffnen.
Er hat sie geöffnet. Die Frage ist, ob du es auch tust.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu „Was geschieht, wenn Liebe auf Hass trifft“
Wie antworte ich als Christ auf Hass?
Mit Liebe statt mit Gegenhass. Hass will eine Reaktion, erst dann ist er gestillt. Die eigentliche Versuchung liegt nicht in dem, was man dir antut, sondern in deiner Antwort darauf. Jesus hat es vorgelebt und bis zum Kreuz geliebt. Paulus schreibt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21)
Warum wird Hass stärker, wenn man mit Liebe antwortet?
Weil sein Bedürfnis nicht gestillt wird. Hass sucht Hass als Antwort. Bekommt er Liebe, schreit er lauter. Darum fühlt sich Liebe im Angesicht von Hass gefährlich an: Sie besänftigt nicht sofort, sie entlarvt. Jesus sagte: „Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“ (Johannes 15,18)
Was bedeutet „Liebt eure Feinde“?
Jesus fordert in Matthäus 5,44, die Feinde zu lieben und für die zu beten, die einen verfolgen. Es heißt, sich vom Hass des anderen nicht bestimmen zu lassen und mit dem Geist Jesu zu antworten. Am Kreuz betete er selbst für die, die ihn töteten: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34)

